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Tag der offenen Tür am 26. Juli 2015 - Ausgrabungen

Zu einem großen Erfolg wurde der am vergangenen Sonntag durchgeführte Tag der offenen Tür, der die Ausgrabungen einer Villa rustica zum Anlass hatte.

Geschichtsinteressierte aus ganz Hessen begaben sich nach Gambach, um vor Ort über die Ergebnisse informiert zu werden.
In einem sehr guten Miteinander von Stadt, Kreisarchäologie, Freundeskreis Burg u. Stadt Münzenberg und Archivausschuss wurde den Besuchern allerlei Wissenswertes nähergebracht. Foto 1 zeigt die kleine Zeltstadt und drei Gruppen von Interessierten, die zunächst von dem Freundeskreisvorsitzenden U. Müller in die römische Provinzialgeschichte eingeführt wurden, bevor sie von dem Grabungsleiter M. Jae und dem Kreisarchäologen Dr. J. Lindenthal fachkundig über das Gelände begleitet wurden.

Das Team des Freundeskreises sorgte für den Verkauf von Büchern, Broschüren und Getränken; der Archivausschuss zeigte einen Teil der ergrabenen Funde. Bei der aktuellen Grabung wird bereits die dritte Villa rustica in der Gambacher Gemarkung ausgegraben; alle Grabungen wurden aufgrund der Planung neuer Bau- bzw. Gewerbegebiete nötig. Bereits im Sommer 1950 stieß man am westlichen Ortsrand von Gambach auf ein großflächiges römisches Gebäude mit vier Risaliten (Ecktürmchen) und zwei Portikus (überdachte Veranden), dessen Vorderfront eine Länge von imposanten 42 m aufwies. Von 1994 - 1997 erfolgte eine Rettungsgrabung zwischen der B 488 und der Bahnlinie der BLE, bei der die Villa Nr. 2 zum Vorschein kam. Hier hatte man das Glück, auf einen Brunnen zu stoßen, dessen Brunnenkasten im Grundwasser konservierte Eichenbohlen besaß. Die Wissenschaftler des Rheinischen Landesmuseums stellten fest, dass die Eichen im Winter 206/207 n. Chr. geschlagen wurden.
Die Regierungszeit von Kaiser Septimius Severus (193 - 211) bescherte der Provinz Germania superior (Obergaermanien) noch einmal eine kurze Blütezeit. Die beiden genannten Villen wurden zu dieser Zeit erweitert und umgebaut. Die jetzt ausgegrabene Villa rustica, die auf einem älteren Fachwerkbau errichtet wurde, gehört mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Zeit der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Geburt. Am Abend des erfolgreichen Tages saßen die o. g. Beteiligten zufrieden zusammen und machten sich darüber Gedanken, ob bzw. wie man der Nachwelt auf irgendeine Weise die Geschichte dieser Monumente der römischen Vergangenheit erhalten kann. Die einhellige Meinung ergab, dass dazu alle Beteiligten eingebunden werden müssten, um im Rahmen eines sachlichen Meinungsaustauschs eine finanzierbare Lösung zu finden.

 

Grabung Münzenberg-Gambach – informativer Kurzfilm

Als die umfangreichste archäologische Grabung im Wetteraukreis 2015, die ‚Villa Rustica“ in Münzenberg-Gambach, auf ihrem Höhepunkt war, entstand die Idee, einen über das Internet abrufbaren Filmbeitrag zu erstellen. Bereits am „Tag der offenen Grabung“ im Juli  des vergangenen Jahres zeigte sich das große Interesse der Bevölkerung. Mehr als 1000 Besucher informierten sich über die Reste eines römischen Gutshofes und die Arbeitsweise der Archäologen. Etwa ein Drittel des ehemals über drei Hektar großen landwirtschaftlichen Betriebes musste im Vorfeld eines geplanten Baugebietes untersucht und dokumentiert werden.

In Zusammenarbeit mit der bekannten HR-Fernsehmoderatorin Simone Kienast und Dr. Jörg Lindenthal von der Archäologischen Denkmalpflege des Wetteraukreises entstand ein interessanter Kurzfilm über die Gambacher Grabung. Grundlage bilden die Aufnahmen einer Drohne, die einen guten Überblick auf die römischen Gebäudegrundrisse vermittelt.

„In dem Kurzfilm informieren wir über einen der spektakulärsten archäologischen Funde römischer Siedlungen in Hessen, der das reiche kulturelle Erbe in der Wetterau eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der Beitrag erläutert anschaulich, wie die römisches Leben in der Wetterau stattgefunden haben könnte“, so Landrat Arnold.

Der Film zeigt auch erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem gefundenen Material. Unter anderem ist ein Rekonstruktionsversuch des steinernen Hauptgebäudes zu sehen.
Hier geht es zum Link: https://youtu.be/vFY7fIL5tuE

 

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