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Hospital

Die heutige katholische St. Nikolaus-Kapelle verdient mehr Beachtung, als ihr Äußeres vermuten lässt. der schichte Rechteckbau mit Satteldach wurde vor 1284 als Hospitalkirche   errichtet, in der nicht nur Gottesdienste abgehalten,   sondern auch Arme und Kranke gepflegt wurden. Außerdem konnten   sich männliche und weibliche Münzenberger als "Pfründner" einkaufen, indem sie sich durch eine reiche Mitgift die Pflege im Hospital sicherten.   Die Hospitalkirche diente somit nicht nur sakralen Zwecken, sondern auch der Kranken-, Armen- und Altenpflege sowie der Beherbergung von mittellosen Reisenden und Pilgern. Sie enthielt deshalb im Innern die nach Geschlechtern zweigeteilten Krankenräume und den Chorraum mit Altar. Damit wurde sie der mittelalterlichen Vorstellung gerecht, dass den Kranken und Sterbenden das Heil durch die unmittelbare Nähe zum Altar und den Gnadenmitteln zuteil wird. Die ursprüngliche Zweigeschossigkeit deuten noch Kragsteine im Westen und ein Fachwerkgerüste aus dem 14. Jahrhundert an.

Die Lage des ehemaligen Hospitals vor dem älteren Stadttor ist typisch für eine mittelalterliche soziale Einrichtung dieser Art. Ob es sich ursprünglich um ein  "Gutleuthaus" handelte, wie man die Hospitäler häufig bezeichnete, die Aussätzige aufnahmen, die sich nicht innerhalb der Stadtmauern aufhalten durften, wird nicht urkundlich erwähnt.

Die schlichte Schönheit des Innenraums wird durch die Arkaden der nördlichen Seitenwand, die aus dem 14. Jahrhundert stammen, unterstrichen.

Neben dem Westportal ist noch ein gotisches Fenster mit einem darunter liegenden Stein erkennbar, der die Form eines Weihwasserbeckens besitzt. In dieses Becken konnten beim Vorbeigehen milde Gaben für das Hospital eingelegt werden. Mildtätige Werke gehörten zum Leben der mittelalterlichen Menschen dazu, um sich das Seelenheil zu sichern. Deshalb wurde das Hospital auch reichlich mit Spenden versehen.

Die Kirche ähnelt in ihrem Aufbau der Komturkirche in Nieder-Weisel, die ebenfalls als Hospitalkirche angelegt wurde.

Ansprechpartner: Pfr. Josef Rüssmann (Tel.: 06004/3022)


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