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Kammerkonzert im Wald

Amerikanische  Kammermusik  im  Bernstein-Jahr mit  Musikern  der  Neuen  Philharmonie  Frankfurt 

US-amerikanische  Musik  -  kommerziell  erfolgreich;  europäische  Musik  -  künstlerisch bedeutend -  oder  umgekehrt?  Dvoraks  "Amerikanisches"  Streichquartett neben Gershwins "Porgy  and  Bess"  für  Klarinettenquartett,  das  traumhafte  "Adagio  for  Strings"  von  Samuel Barber  versus  dem  Duo  für  Flöte  und  Klavier  von  Aaron  Copland.  Das  sind  keine  Gegensätze  sondern  eine  wunderbare  Balance!  Die  NPF-MusikerInnen  leben vor,  wie  "Cool"  (West  Side Story  von  Leonard  Bernstein)  und  lebensnotwendig  Musik  sein  kann:  Musik  ZUERST!   

Und das in der unverwechselbaren Atmosphäre des Waldes. Eine Kombination, die ein unvergessliches Erlebnis verspricht.

Am 19. August 2018 ist es soweit!

Preise: Kategorie 1: Reihe 1-5 28 Euro (freie Platzwahl innerhalb der Reihen), Kategorie 2: ab Reihe 6 23 Euro (freie Platzwahl innerhalb der Reihen)

Picknickplatz für 4 Erwachsene oder 2 Erwachsene und bis zu 4 Kindern. 60 Euro. Freie Platzwahl auf dem Gelände mit der selbst mitgebrachten Picknickdecke.

Treffpunkt: Gambacher Wald am Waldhaus

Einlass: 16 Uhr Beginn: 17:30 Uhr

Der Kartenvorverkauf beginnt Mitte Mai. Reservierungen werden bereits unter tourismus@muenzenberg.de entgegen genommen.

Kartenvorverkauf: Stadtverwaltung Münzenberg oder unter tourismus@muenzenberg.de; Bindernagelsche Buchhandlung, Butzbach; Buchhandlung am Park, Bad Nauheim; Priviligierte Hof-Apotheke Lich, Atelier am Markt, Münzenberg

Parkplätze werden ausgewiesen, es kann jedoch nicht bis direkt zum Veranstaltungsort gefahren werden. Bitte planen sie einen Laufweg ein. Wir werden einen Shuttle einrichten.

Mit dem Kauf der Tickets stimmen Sie unseren AGB zu. Diese können hier eingesehen und heruntergeladen werden. 

Die Auswahl der Musikern der Neuen Philharmonie Frankfurt, die an diesem Abend zu hören sein werden:

 

 

 

 

 

 

     Veronika Hagemann – 1. Violine

 

 

 

 

 

 

     Julia Mangelsdorf – 2. Violine

 

 

 

 

 

     Pilar Carvajal – Viola

 

 

 

 

 

 

 

     Philipp Hagemann – Violoncello

 

 

 

 

 

 

      Kathrin Troester – Flöte

 

 

 

 

 

 

      Fryderyk Jona – Klarinette

 

            

 

 

 

      Jens Troester - Klavier

 

Der Legende nach schickte George Gershwin (Schöpfer der „Rhapsody in Blue“) einst ein Telegramm an Igor Stravinsky (Schöpfer von „Le sacre du printemps“), mit dem Wunsch, Kompositionsunterricht zu nehmen. Als der große russische Komponist jedoch erfuhr, was Gershwin so im Jahr verdiente, antwortete er scherzhaft, „Sollte ich nicht lieber Unterricht bei Ihnen nehmen?“

Ob wahr oder nicht, diese kleine Geschichte illustriert aufs Beste die Klischees der Neuen (musikalischen) Welt und der Alten: US-amerikanische Musik - kommerziell erfolgreich; europäische Musik - künstlerisch bedeutend. Dabei zeigen die Werke Gershwins, Coplands, Barbers und Bernsteins vor allem eines: Eine wunderbare Balance zwischen musikalischem Anspruch und Publikumswirksamkeit.

In keinem Werk gelingt diese Balance besser als in Leonard Bernsteins „West Side Story“ aus dem Jahr 1957: Bernstein war kein Wunderkind gewesen, doch im Alter von 39 Jahren ohne Frage bereits der berühmteste Musiker seines Landes, ein Star im Radio und im Fernsehen. Als Gastdirigent hatte er nahezu alle amerikanischen Orchester dirigiert und schickte sich an, die Nachfolge von Dimitri Mitropoulos bei den New Yorker Philharmonikern anzutreten. Die Ernennung des erfolgreichen Broadway-Komponisten zum Chefdirigenten des führenden amerikanischen Orchesters sagt viel aus über die Offenheit der Amerikaner, ihre Begeisterung über, und ihren Stolz auf - „Lenny“.

Vieles in der „West Side Story“ weist weit über das durchschnittliche Musical hinaus - und ganz besonders die Nummer „Cool“: Im Musical illustriert Bernstein hier aufs Eindrücklichste die wachsenden Spannungen zwischen zwei Jugendbanden im New York der 50er-Jahre. Musikalisch aber ist „Cool“ eine virtuose Kombination von Jazz mit der klassischen Technik eines Fugato - dramatische Ausdruckskraft verbunden mit profundem kompositorischen Handwerk.

Als bärtigen, alttestamentarischen Propheten hatte sich der junge Bernstein Aaron Copland vorgestellt - ausgehend von der Musik des eigentlich nur 18 Jahre älteren Komponisten, die Bernstein von Anfang an bewunderte. Auf einer Party lernte er ihn schließlich persönlich kennen: „Zu meiner Rechten saß ein Unbekannter … ein seltsamer Mensch so um die Dreißig, mit einer Brille auf seiner großen Hakennase … und einem breiten Grinsen.“ Man machte sich miteinander bekannt und viele Jahre später erinnerte sich Bernstein, „Ich war völlig verblüfft bei der Begegnung mit diesem jungaussehenden, lächelnden, kichernden Menschen, der an jenem Tag zufällig seinen Geburtstag feierte.“

Beide Facetten Coplands, eine abgeklärte Souveränität und Ernsthaftigkeit, wie auch einen hintergründigen Humor, zeigt auch das Duo für Flöte und Klavier - ein Werk, das zu den Höhepunkten der modernen Flöten-Literatur zählt.

Bernstein war 39, als er die „West Side Story“ schrieb; Gershwin war 39, als er - überraschend und viel zu früh - an einem Gehirntumor verstarb. Sein früher Tod verhinderte, dass Gershwin an seine großen Erfolge in den Genres Oper und Instrumentalmusik (man denke an „Porgy and Bess“, „An American in Paris“, die „Rhapsody in Blue“) anknüpfen konnte.

Doch auch ohne den Unterricht bei Stravinsky hinterließ Gershwin ein reiches Oevre, und sein Name und seine Musik sind bis heute unvergessen: Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Oscar Peterson, Louis Armstrong und Sarah Vaughan nahmen Alben allein mit der Musik Gershwins auf, und ein Song wie „Summertime“ inspirierte so unterschiedliche Künstler wie Charlie Parker, Chet Baker, Janis Joplin, Annie Lennox, Nina Hagen und Helge Schneider zu ebenso unterschiedlichen Interpretationen.

Vielleicht hätte Gershwin selbst eines Tages die Songs aus „Porgy and Bess“ in ähnlicher Art und Weise bearbeitet, wie es Carl Davis in den vier Stücken der „Suite für Klarinette und Streichquartett“ tut: Eine Besetzung, die eher der Kammermusik des 19. Jahrhunderts zuzurechnen ist, dient hier dazu, aus vier Melodien der Oper kleine Tondichtungen zu zaubern.

Samuel Barber, Jahrgang 1910, ist wohl der amerikanische Komponist seiner Generation mit der lyrischsten Ader: Denn obwohl er im Klavierkonzert, den Essays für Orchester, der „Flight Symphony“, der Ouvertüre „The School for Scandal“ oder der Oper „Vanessa“ zeigt, dass auch virtuos auftrumpfen kann, sind es doch die vielen unvergleichlich weitgespannten, romantischen Melodien, die ihn populär werden ließen. Und am beliebtesten - und bekanntesten - ist sicherlich das „Adagio for Strings“ (der zweite Satz seines Streichquartetts op. 11): ein Stück, das bei den Beerdigungen von John F. Kennedy, Grace Kelly und Albert Einstein ebenso erklang wie in den Filmen „Platoon“, „Saving Private Ryan“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ - das berühmteste (und berührendste) Adagio des 20. Jahrhunderts.

Beide, George Gershwin wie auch Aaron Copland waren Schüler von Rubin Goldmark. Goldmark wiederum hatte bei Antonin Dvorak in Prag Komposition studiert. Als Dvorak 1892 nach neuntägiger Überfahrt von Bremen aus in New York ankam, um eine Stelle als Lehrer am National Conservatory of Music anzutreten, war er nicht nur auf dem Höhepunkt seiner kreativen Schaffenskraft, er traf auch auf einen reichen Schatz an Volksmelodien: Spirituals  der Schwarzen, indianische Tänze und Lieder. Als Folge dieser glücklichen Begegnung entstanden eine Reihe von Meisterwerken, allen voran die 9. Sinfonie („Aus der neuen Welt“), das Cello-Konzert, oder eben das Streichquartett in F-Dur, op. 96, das „Amerikanische“.

Es ist Dvoraks zwölftes Stück dieser kammermusikalischen Königsdisziplin, und nachdem die früheren Werke an Schubert, Mendelssohn, Wagner und Brahms anknüpfen, meinte der Komponist nun: „Da wollte ich einmal etwas ganz Melodisches und Einfaches niederschreiben, und immerfort hatte ich Väterchen Haydn vor Augen“. Es wurde das populärste seiner Streichquartette.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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