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Geschichte der Stadt Münzenberg und ihrer Stadtteile 

Alle Stadtteile Münzenbergs sind zum mittleren Wettertal orientiert, das aus nordöstlicher in südwestliche Richtung verläuft. Auf seiner Nordseite grenzt eine Landschwelle zum Becken um Gießen ab. Das Wettertal ermöglichte einen Zugang zum Mittelpunkt der Wetterau und prädestinierte einen wichtigen Durchgangsraum. Die Umgebung von Münzenberg ist durch altsteinzeitliche Gerätefunde, deren Alter mindestens bei 300 000 Jahren liegt, als ältestes Siedlungsgebiet charakterisiert. In römischer Zeit entwickelte sich im mittleren Wettertal eine eigene Kulturlandschaft durch eine geschlossene Reihe von Gutshöfen längs einer Straße, die die Limeskastelle von Butzbach und Alteburg bei Muschenheim (Stadt Lich, Landkreis Gießen) verband. Während die Lage dieser Straße nur vermutet werden kann, wird die römische Straße vom Kastell Alteburg Richtung Süden nach Friedberg mit einer markanten Gabelung im Südwesten der Münzenberger Gemarkung Richtung Echzell noch in der Gegenwart als Verkehrsweg genutzt. Ebenso ist der Limesverlauf im Westen Gambachs immer noch Gemarkungsgrenze.  

Fränkische Reihengräber am Kirchhof von Trais-Münzenberg belegen eine nahezu ununterbrochene Siedlungskontinuität im mittleren Wettertal. Der auf einer vermutlich künstlich erstellten Geländerhöhung angelegte Kirchhof von Trais mit einer ursprünglich adligen Eigenkirche und einem benachbarten Adelshof kann als seltenes Zeugnis frühmittelalterlicher Streusiedlung gelten.

Die Lage ist auch im gegenwärtigen Ortsbild noch nachvollziehbar, da sich die jüngere Ortsentwicklung abseits, linear entlang des Wetterlaufs und der schon angesprochen ehemaligen Römerstraße vom Kastell Alteburg, vollzog. In Gambach, das wie Trais-Münzenberg Ende des 8. Jahrhunderts erstmals schriftlich überliefert wurde, ist zu beobachten, wie ein Kern mit wehrhaftem Kirchhof allmählich zu einer ringförmig geschlossenen Ortschaft erweitert wurde. Ein planmäßig angelegtes hochmittelalterliches Straßendorf ist Ober-Hörgern, quer zur Wetter angelegt und mit einem einst offenen Wasserlauf in der Hauptstraße des Dorfes. Die dadurch bedingte Straßenbreite läßt eine typologische Nähe zu den Angerdörfern entstehen.

Die überragende Siedlungsgestalt nicht nur im mittleren Wettertal, sondern vermutlich der gesamten Wetterau ist Burg und Stadt Münzenberg, eine Gründung der Reichsministerialen von Hagen-Arnsburg in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts, die für Münzenberg ihren älteren Stammsitz Arnsburg (Landkreis Gießen) aufgaben und sich nach der neuen Burg nannten. Unweit des aufgegebenen Stammsitzes stiftete Kuno I. von Münzenberg 1174 das Zisterzienserkloster Arnsburg. Nach dem Aussterben der Münzenberger im Mannesstamm im Jahre 1255 zerfiel das Münzenberger Herrschaftsgebiet. Münzenberg selbst ebenso wie Trais blieb stets in mehrere Besitzanteile zersplittert, während in Gambach und Ober-Hörgern das Haus Solms im 15. Jahrhundert vorherrschend wurde. In Gambach vertreten durch die Nebenlinie von Braunfels und in Ober-Hörgern durch die von Lich. Zusammen mit den Rechten an Griedel, Nieder-Weisel und Hausen-Oes (heute alle Stadtteile von Butzbach) bestand bis Anfang des 19. Jahrhundert ein solmsisch bestimmtes Territorium in der nördlichen Wetterau.

Von der siedlungsschaffenden Kraft der Wetter zeugen im Stadtgebiet vom gesamten Münzenberg noch eine dichte Folge historischer Mühlenanlagen und historischer Bruchsteinbrücken. Die Brücke östlich der Gambacher Mühle soll die Lage der Ortswüstung Nieder-Hörgern bezeichnen.

In der Umgebung der Stadt Münzenberg ist eine Vielzahl bedeutender Flurdenkmale erhalten, zu denen eine Gerichtsstätte (Galgen), Verkehrsmale (Verbotssteine) und insgesamt drei Korbruhen zu rechnen sind.

 

 

 

 

 

 

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